Welt 13.09.2026
09:50 Uhr

„Habt ihr euer ganzes Netflix-Geld schon ausgegeben?“ – Satireshow verspottet Harry und Meghan


„Daddy, ich bin wieder da!“, dann nimmt das Elend seinen Lauf: Die überfallartige Rückkehr von Harry und Meghan nach Großbritannien wird nun in einem TV-Sketch veralbert. Den größten Applaus bekommt ein Uralt-Gag.

„Habt ihr euer ganzes Netflix-Geld schon ausgegeben?“ – Satireshow verspottet Harry und Meghan

Dieser Sketch verbreitet sich gerade wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien: Die britische Satire-Sendung „Saturday Night Live UK“ (SNL, unter anderem auf Sky TV) hat die Rückkehr von Prinz Harry und Meghan Markle nach Großbritannien aufs Korn genommen. Der etwa vier Minuten lange Beitrag – mit Schauspielerinnen und Schauspielern, die den Protagonisten nur sehr bedingt ähneln – spielt auf König Charles’ Landsitz in Balmoral und er lässt keinen Zweifel daran, was die Autoren von der spektakulären Heimkehr des Sussex-Paares halten: Es ist ein ziemlicher Witz. Der Sketch beginnt mit Charles, Königin Camilla und einer entspannten Auszeit („Ich liebe unsere Wochenenden auf dem Land. Keine Verantwortung, so wie sonst auch“, sagt die Königin sinngemäß), die abrupt endet, als plötzlich Harry und Meghan unangekündigt auftauchen. „Daddy, ich bin wieder da!“, begrüßt Harry seinen Vater. Der reagiert wenig erfreut und grantelt: „Sagt nicht, dass ihr euer ganzes Netflix-Geld schon ausgegeben habt?“ Harry verteidigt sich mit gespielter Unschuld und fragt, wie lange die 16 Millionen (geschätztes Honorar von dem US-Streaminganbieter für das Herzogenpaar) denn wohl hätten reichen sollen. Die Geldnot-Anspielung zieht sich als roter Faden durch den gesamten Beitrag. Zu den online am meisten diskutierten Pointen gehört ein Schlagabtausch zwischen Vater und Sohn. Charles bezeichnet Harry als „Enttäuschung“, dann folgt der erstaunliche Satz: „Du hast Glück, dass dein Vater das nicht sehen muss.“ Der Witz spielt auf die jahrzehntelangen Gerüchte über eine mögliche Affäre von Harrys Mutter Diana vor dessen Geburt an (Stichwort: der Rittmeister) und löst im Publikum besonders laute Lacher aus. Ein Premierminister, der unangenehm rumkumpelt Auch Meghan bekommt ihr Fett weg. Die Herzogin überreicht Camilla als Geschenk eine Schale voller Eiswürfel und erklärt stolz, sie habe diese selbst hergestellt und könne sogar das „Rezept“ verraten. Die Anspielung zielt auf Meghans Lifestyle-Ambitionen und ihre Koch- und Lifestyle-Projekt „As Ever“ ab. Harry setzt dann erneut eher unfreiwillig eine Pointe ab: „Sie engagiert die besten Köche.“ Für die nächste Überraschung sorgt ein Auftritt von Andy Burnham, der die intime Runde als Premierminister aufmischt. Gespielt von George Fouracres, erscheint Burnham als übertrieben volksnaher und jugendlich wirkend wollender Regierungschef, der immer betont im nordenglischen Dialekt spricht und in jedem zweiten Satz eine Anspielung auf seine Heimatmetropole Manchester unterbringt. Harry und Meghan versichert der Premier dann noch – wenig glaubwürdig –, dass auch „normale Leute“ in Großbritannien kein schlechtes Leben führen müssten. Zum Schluss verspricht der Labour-Politiker sogar, jedem Briten ein „pint of beer“ auszugeben, offenbar, um Stimmung zu machen. Die ehrliche Debatte um den Exit vom „Megxit“ Zahlreiche US-Medien griffen den Sketch bereits auf, unter anderem berichteten das Branchenportal „Variety“ (verlinkt auf https://variety.com/2026/tv/global/snl-uk-mocks-prince-harry-meghan-markle-british-return-1236859945/) und die „New York Post“. (verlinkt auf https://pagesix.com/2026/09/12/royal-family/snl-uk-roasts-prince-harry-meghan-markles-uk-return/) Britische Zeitungen dürften bald nachziehen. Die Satire knüpft an eine reale Debatte an. Seit Harry und Meghan Ende August überraschend wieder nach Großbritannien gezogen sind, wird ihre Rückkehr kontrovers diskutiert. Kritiker erinnern daran, dass das Paar die königliche Familie öffentlich kritisiert, Vorwürfe über angeblichen Rassismus erhoben und zugleich wirtschaftlich seine enge Verbindung zum Königshaus stets vermarktet hatte. In der Tat krankt die Rückkehr, der Exit vom „Megxit“, an einem inhärenten Widerspruch: Einerseits wollten die Sussexes Distanz zur Monarchie, andererseits kehren sie nun in deren unmittelbares Umfeld zurück. Die SNL-Autoren übersetzen genau diesen Vorwurf in die zentrale Pointe des Sketches: Harry und Meghan sind zurück, weil Ruhm, Netflix-Millionen und Prominentenleben in den USA möglicherweise nicht mehr ausreichten.